Ausgabe #14

Sommer 2022

Editorial

liebe leser*innen,

nach einem turbulenten frühling traut sich die gottesanbeterin auch wieder auf den knospen zu tanzen und bringt neue inhalte für euch aus dem mantis headquarter.

manchmal machen selbst gottesanbeterinnen mal pause vom macker boxen, um dann gestärkt wieder zurückzukehren. in dieser ausgabe findet ihr von der gottesanbeterin und mir kuratierte inhalte der letzten fünf monate.  

dazu serviere ich in diesem editorial gedanken über eine zentrale phrase feministischer bewegungsgeschichte. „girls to the front!“ war der gedanke der stunde als bikini kill sich über das zine machen kennenlernten und sich die riot girl bewegung nach und nach formierte. wir befinden uns in den usa der 1990er und punk war eine größere pimmelparty als das untergang festival heute. mit heldinnen wie kathleen hanna (bikini kill), janet weiss (sleater-kinney) oder allison wolfe (bratmobile) wuchs eine neue generation und mit ihr eine neue feministische bewegung heran. aus jeder perspektive war klar, dass sich im punk etwas ändern musste und damit stand punk stellvertretend für eine gesamte gesellschaft. obgleich dies alles natürlich heute noch genauso konstatiert werden kann hat sich etwas getan. all das verdanken wir vergangenen generationen von feminist*innen. im gleichen zuge dieser veränderungen, hat sich auch die debatte, sowie die ausgangssituation geändert. es geht nicht mehr nur darum männer ihre priviligierte position streitig zu machen, sondern räume für alle zu schaffen. die damalige riot grrrl bewegung war definitiv progressiv und dennoch nicht perfekt, wenn man an verschiedenste intersektionen denkt.

mittlerweile wurde eine generation mit popfeministischen ikonen wie beyoncé, billie eilish, lizzo und vielen anderen erwachsen. sie hat nichtbinäre, fette, perverse, unkonventionelle und queere vorbilder und kennt nicht nur starke frauen als einzige abweichung zu den immer gleichen drei männerbildern. das ist schon ziemlich cool, aber reicht mir ehrlicherweise auch nicht. repräsentation ist zwar nur eine form von sichtbarkeit, aber ein zentraler aspekt von lernen und akzeptanz. es ist zeit, dass wir uns alle irgendwie, irgendwo gesehen fühlen und nicht das gefühl haben eine völlig singuläre erfahrung dieser welt zu machen, die absolut niemand mit einem teilt.

und genau deshalb geht es nicht länger um girls to the front: ich will da alle sehen können! stellt euch eine welt vor in den die verschiedensten individuen mit progressiven positionen einfach kunst machen und gesehen werden, menschen zeigen, dass ihre existenz völlig okay ist so wie sie ist. ich empfinde das als wunderbaren gedanken. und deshalb freue ich mich umso mehr euch in dieser ausgabe wieder kunst von den unterschiedlichsten feminist*innen verfügbar zu machen.

ich hoffe ihr habt genauso viel spaß beim lesen dieser ausgabe wie ich ihn beim machen hatte.

eve d'obier, Herausgeberin

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